Eigenen Lieferservice aufbauen
Ein eigener Lieferservice spart die hohen Portalsätze für Fremdlieferung, bringt aber eigene Kosten. Diese Anleitung führt durch Planung, Kosten und Software – ohne Schönrechnen.
1. Liefergebiet und Zeitfenster festlegen
Beginnen Sie klein: ein Radius, in dem eine Fahrt hin und zurück in rund 20–30 Minuten möglich ist, und die Zeiten, in denen Sie heute schon die meisten Bestellungen haben. Je größer das Gebiet, desto mehr Fahrer brauchen Sie für dieselbe Lieferzeit. Staffeln Sie Liefergebühr und Mindestbestellwert nach Entfernung.
2. Die Kostenposten
- Personal: Fahrer erhalten mindestens den gesetzlichen Mindestlohn – seit 1. Januar 2026 13,90 € pro Stunde laut BMAS – zuzüglich Arbeitgeberanteilen. Auch Wartezeiten zwischen Fahrten sind Arbeitszeit.
- Fahrzeuge: E-Bike, Lastenrad, Roller oder Auto – jeweils mit Anschaffung oder Leasing, Wartung, Energie und Versicherung.
- Ausstattung: Thermotaschen, Handyhalterung, Kassenlösung für Barzahlung an der Tür.
- Software: Bestellshop, Liefergebiete, Bestellannahme und gegebenenfalls Online-Zahlung.
- Marketing: Flyer, QR-Codes, Google-Unternehmensprofil.
- Alternativ: Lieferdienstleister pro Fahrt, etwa Uber Direct laut Uber ab 7,90 € pro Lieferung.
3. Rechnen: ab wann es sich lohnt
Vergleichen Sie pro Bestellung: Was zahlen Sie heute an Provision für Fremdlieferung (bei Lieferando und Uber Eats laut eigenen Angaben 30 %), und was kostet eine eigene Lieferung (Fahrerstunde geteilt durch Lieferungen pro Stunde plus Fahrzeugkosten)? Bei 25 € Bestellwert sind 30 % Provision 7,50 €. Schafft ein Fahrer zwei Lieferungen pro Stunde, liegen allein die Lohnkosten schon über 7 € pro Lieferung. Ein eigener Lieferservice rechnet sich daher meist erst bei dichten Liefergebieten und Spitzenzeiten mit mehreren Bestellungen pro Fahrt.
4. Software-Checkliste
- Liefergebiete nach Radius oder Postleitzahl mit eigener Gebühr und Mindestbestellwert
- Lieferzeit pro Gebiet, die Gäste vor der Bestellung sehen
- Bestellannahme mit Signalton und Zeitbestätigung
- Bestellung mit Adresse und Telefonnummer in der App
- Bar- und Kartenzahlung
- Aktionscodes, etwa kostenlose Lieferung ab einem Mindestwert
5. Rechtliches und Organisation
Klären Sie Versicherung für Fahrzeuge und Fahrer, Arbeitszeiterfassung und Hygiene beim Transport. Im Shop müssen Liefergebühren und Gesamtpreise vor der Bestellung sichtbar sein.
Pflichtangaben im eigenen Shop
Ein eigener Bestellshop ist ein Onlineshop. Gäste müssen vor der Bestellung den Gesamtpreis inklusive MwSt., die Liefer- und Zahlungsbedingungen sowie Liefergebühren sehen. Allergene und Zusatzstoffe sind vor Abschluss der Bestellung anzugeben. Dazu kommen Impressum und Datenschutzerklärung. Wir zeigen Ihnen, wo Sie diese Angaben im Shop hinterlegen; eine Rechtsberatung ersetzt das nicht.
Was in jedem Tarif enthalten ist
- Bestellseite für Abholung, Lieferung und Vorbestellung
- Website, die aus Ihrer Speisekarte erstellt wird und die Sie selbst bearbeiten
- Chefzi-App für Ihr Team auf Android-Smartphone oder -Tablet: Sie klingelt, bis jemand die Bestellung annimmt oder ablehnt
- Liefergebiete mit Gebühr, Mindestbestellwert und Lieferzeit je Gebiet, Radius oder Postleitzahl
- Ein QR-Code pro Tisch; Tischbestellungen landen in derselben App
- PDF-Beleg pro Bestellung und exportierbare Tagesumsätze
- Aktionscodes: Prozent- oder Betragsrabatt, kostenlose Lieferung, Gratisartikel oder 2-für-1
- Code-Schnipsel für Ihre bestehende Website oder ein gehosteter Link
Was Chefzi kostet
Chefzi hat zwei Monatspreise pro Standort: 9 € im Monat für Betriebe, die bar oder ohne Online-Kartenzahlung verkaufen, und 19 € im Monat mit Online-Kartenzahlung über Stripe. Beide Preise verstehen sich zzgl. MwSt. (10,71 € bzw. 22,61 € inkl. 19 % MwSt.).
In beiden Tarifen sind die Bestellungen unbegrenzt. Es gibt keine Einrichtungsgebühr, keine Provision und keine Mindestlaufzeit – Sie zahlen monatlich und können jederzeit kündigen. Bei Kartenzahlung fallen die üblichen Gebühren von Stripe an. Alle Details finden Sie auf der Preisseite.
Lieferservice eröffnen: Umsatz steigern ohne Provision
- Stammgäste vom Portal in den eigenen Shop lenken (QR-Karte in der Tüte).
- Mindestbestellwert und Liefergebühr je Zone festlegen.
- Menüs und Familienpakete erhöhen den Bestellwert.
- Vorbestellungen für Stoßzeiten annehmen.
- Google-Profil mit Bestell-Link pflegen.
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Häufige Fragen
Lohnt sich ein eigener Lieferservice?
Das hängt von Bestelldichte, Liefergebiet und Lohnkosten ab. Rechnen Sie die Kosten pro Lieferung gegen die Portalprovision für Fremdlieferung.
Kann ich selbst liefern und trotzdem auf Lieferando bleiben?
Ja. Lieferando und Uber Eats haben eigene, niedrigere Sätze für Eigenlieferung (laut eigenen Angaben 14 %).
Quellen (geprüft Oktober 2026):
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